Prima Einstigerlektüre
Klasse Buch, das, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, in die Welt von mySQL einführt. Ideal für Leite wie mich, die es satt haben, sich stundenlang durch staubtrockene Fachbücher zu quälen und dabei nur die Hälfte zu verstehen.
Man wird langsam an das eigentliche Thema herangeführt und lernt dabei nochmal die Grundlagen von Datenbanken kennen. Für tiefergehende Kenntnisse ist die Anschaffung von "echter" Fachliteratur natürlich unumgänglich.
Sympatisch ist auch die entsprechende Homepage, deren Foren vom Autoren selbst moderiert werden. Hier erhält man weitere Hilfestellungen, wenn man mithilfe des Buches nicht weiterkommt.
Schwache Darstellung und nervige "Witze"
Sie haben vor, mit MySQL, ODBC und PHP zu arbeiten ? Dann sind Sie doch schon gar kein Dummy mehr, sollten die Finger von diesem Buch lassen und sich ein "richtiges" Fachbuch kaufen. Oder vertrauen Sie der Umschlagseite und wollen auch einiges über Java, Perl und Apache lernen ? Vergessen Sie es: die Ausführungen zu diesen Themen sind marginal und gehen kaum über Installationshinweise hinaus.
Der Autor Michael Rüttger (Softwareentwickler und Geschäftsführer einer kleinen Firma) führt auf quälend langen 420 Seiten im Wesentlichen durch die Gebiete Datenmodellierung, MySQL, HTML und PHP. Zielorientierung, Motivation und der rote Faden gehen inmitten der zahlreichen Installationsanleitungen und weitschweifigen Einschübe öfters verloren. Viele Gedankenführungen beginnen mit der Beschreibung, worum es jetzt NICHT geht. So beginnt das Kapitel über MySQL bizarrerweise mit der Vorstellung sonstiger(!) DMS wie PostgreSQL und setzt sich fort mit der Erläuterung, was MySQL gegenüber SQL gerade NICHT kann.
Teilweise kamen mir ernsthafte Zweifel an der Qualifikation des Autors. So kommt auf S.117 ein falsches Argument gegen die erste Normalform eines Beispiels, an anderer Stelle spricht er vom Logging (also Log-Meldungen) statt vom Locking (Sperren). Allerdings handelt es sich ohnedies um das wahrscheinlich einzige Buch über Datenbanken, in dem die Begriffe Lock, Sperre oder Deadlock gar nicht im Stichwortverzeichnis vorkommen. Statt dessen empfiehlt der Autor ernsthaft die Arbeit mit Karteikarten; wie er bei Karteikarten auf "Suchen" drückt, Versionen verwaltet und mit entfernteren Kollegen kommuniziert, bleibt allerdings sein Geheimnis.
Auf Seite 1 und 2 findet man den "Spickzettel" mit den wichtigsten Fakten des Buches, zweifellos eine sehr gute Idee. Will man nun aber z.B. zu 'Verbundtypen' vertiefend nachschlagen, so wird man im Stichwortverzeichnis nicht fündig.
Ich erspare mir hier weitere inhaltliche Beispiele, muss aber noch auf den albernen Stil eingehen. Dem Leser bleiben selbst im Inhaltverzeichnis diverse Albernheiten, Sprachunfälle und Kalauer nicht erspart; bei Überschriften wie "Der Admin ist alles schuld!", "Normalisierung ist völlig normal", "jetzt gehts los" bleibt nur das Raten, was sich hinter diesem Abschnitt wohl verstecken mag. Nichts gegen spaßige Auflockerung, aber Kindergartenwitze wie "ODBC ist die Abkürzung von: Oh. Dumme kiste. Blödes sch.... dann muss ich halt Charlie fragen." müssen es wirklich nicht sein.
Fazit:
Zum Nachschlagen ist das Buch definitiv völlig ungeeignet. Zur Ersterarbeitung für blutige Anfänger ist es nicht inakzeptabel, sofern man den Atze-Schröder-Stil mag. Wer an den wichtigen Stellen vorbeikommen will, muss allerdings alle 420 Seiten lesen. |